Komplexe Bauteile müssen nicht zwangsläufig teuer sein. Bereits bei der Arbeitsvorbereitung legen wir großen Wert darauf, die wirtschaftlichste Fertigungsstrategie zu entwickeln.
Hierzu setzen wir auf ein umfangreiches Werkzeugmanagement mit einem breiten Sortiment hochwertiger Standardwerkzeuge, das nahezu jede Bearbeitungsaufgabe abdeckt. Sonderwerkzeuge kommen nur dann zum Einsatz, wenn sie technisch oder wirtschaftlich tatsächlich erforderlich sind.
Ebenso wichtig ist die Auswahl der optimalen Werkzeuggeometrie. Ziel ist ein möglichst hohes Zeitspanvolumen bei gleichzeitig hoher Prozesssicherheit. Überdimensionierte Bearbeitungszeiten durch unnötig kleine Werkzeuge werden konsequent vermieden.
Auch bei der Spanntechnik verfolgen wir einen wirtschaftlichen Ansatz. Standardspannmittel werden immer bevorzugt eingesetzt. Individuelle Vorrichtungen fertigen wir nur dann, wenn sie einen echten Vorteil hinsichtlich Qualität oder Wirtschaftlichkeit bieten.
Wo immer möglich nutzen wir Mehrfachspannungen, um mehrere Werkstücke gleichzeitig zu bearbeiten. Dadurch werden Maschinenstillstände reduziert und die Produktivität deutlich erhöht.
Ein weiterer Baustein ist unsere Minimalmengenschmierung. Nach unserer langjährigen Erfahrung sorgt sie für eine bessere Schmierung der Schneide, höhere Werkzeugstandzeiten und geringere Wärmeentwicklung im Werkstück. Die entstehende Wärme wird überwiegend über den Span abgeführt, was sich positiv auf Werkzeug und Bauteil auswirkt.
Eine stabile Fertigung beginnt lange vor dem ersten Span.
Deshalb setzen wir bereits in der Arbeitsvorbereitung auf konsequente Fehlervermeidung. Sämtliche Fertigungsunterlagen werden nach einer eigens entwickelten Checkliste geprüft. Unser Grundsatz lautet: Werden bei der Vorbereitung keine Fehler gemacht, entstehen in der Fertigung ausschließlich Gutteile.
Während der Bearbeitung erfolgt eine kontinuierliche Qualitätskontrolle. Mit unserer Koordinatenmessmaschine Zeiss Contura G2 überprüfen wir kritische Maße bereits während des Fertigungsprozesses. So können temperaturbedingte Maßänderungen oder beginnender Werkzeugverschleiß frühzeitig erkannt und korrigiert werden, bevor Ausschuss entsteht.
Die richtige Spanntechnik entscheidet maßgeblich über die Qualität eines Bauteils.
Bei komplexen Werkstücken entwickeln wir Spannkonzepte mit optimiertem Kraftfluss. Dadurch werden Spannungen im Werkstück minimiert und geometrische Veränderungen nach dem Ausspannen auf ein Minimum reduziert – häufig sogar unterhalb der Messgrenze.
Für besonders dünnwandige Bauteile oder Bleche setzen wir zusätzlich Vakuumspanntechnik ein. Sie ermöglicht eine sichere Bearbeitung empfindlicher Werkstücke ohne unzulässige Verformungen.
Die Leistungsfähigkeit eines Werkzeugs wird nicht nur durch seinen Durchmesser bestimmt. Entscheidend sind Werkzeuggeometrie, Hartmetallsubstrat und Beschichtung.
Wir setzen überwiegend auf Werkzeuge von Ceratizit und arbeiten bei Sonderwerkzeugen mit langjährigen, zuverlässigen Partnern zusammen. Für jeden Werkstoff wählen wir die optimale Kombination aus Schneidengeometrie, Substrat und Beschichtung, um Standzeit, Bearbeitungsqualität und Wirtschaftlichkeit bestmöglich miteinander zu verbinden.
Qualität wird nicht erst am Ende geprüft, sondern begleitet den gesamten Fertigungsprozess.
Neben der fertigungsbegleitenden Messtechnik setzen wir konsequent auf das Vier-Augen-Prinzip. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, Verantwortung wird bewusst auf mehrere Schultern verteilt. Dieses Prinzip erhöht die Prozesssicherheit und trägt wesentlich dazu bei, Fehler frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.
Die Wahl der Programmierstrategie richtet sich nach der Komplexität des Werkstücks.
Einfachere Konturen werden direkt an der Maschine programmiert. Für komplexe Geometrien und Freiformflächen kommt unser CAM-System CamWorks zum Einsatz.
Konturen bearbeiten wir nach Möglichkeit mit Maschinenzyklen. Dadurch können Werkzeugdurchmesser direkt an der Maschine korrigiert und Maßabweichungen, beispielsweise durch Werkzeugverschleiß oder Schnittdruck, ohne erneute CAM-Programmierung ausgeglichen werden.
Freiformflächen werden hingegen vollständig im CAM-System erstellt. Hier ermöglicht die Simulation eine Optimierung von Bearbeitungsstrategie und Oberflächenqualität bereits vor der Fertigung. Gleichzeitig lassen sich Kollisionen vermeiden und Bearbeitungszeiten zuverlässig planen.